© Kanufreunde Rostocker Greif e.V.      Los Banditos Ladies
Armadacup
30.10.2010 in Bern
 
Am Freitag, d. 29.10.2010 ging es in aller Frühe für die Los Banditos Ladies und für das Open - Team auf die Piste zum Armadacup
nach Bern, dem letzten Event des Jahres. Über 1000 km mussten für viele von uns auf der Autobahn bewältigt werden, wobei der
Bootstransport in Rostock noch das Pech hatte, von einem PKW angefahren zu werden, wobei ein Boot Schaden nahm. Das hieß noch
einmal umkehren, defektes Boot abladen und ein Neues wieder auf den Hänger rauf.
Jedoch waren alle rechtzeitig am Ort des Geschehens, um die Strecke vorab mit beiden Booten noch einmal unter die Lupe zu nehmen,
denn zumindest an diesem Tag konnte man die herrliche Kulisse auf dem Wohlensee registrieren, am Samstag sollte dafür keine Zeit
mehr sein. Nach dem Präparieren der Boote konnten wir dann endlich in der Herberge unsere knurrenden Mägen füllen und ließen den
Abend  im geselligen Beisammensein ausklingen.
Nach einem reichhaltigen Frühstück am Samstag ging es um 11:00 Uhr zur Rennstrecke, wo man bereits vor lauter Paddlern und
Booten kaum noch treten konnte. Die Aufregung und die Frage, wie wir wohl abschneiden werden, standen uns ins Gesicht geschrieben.
Zum Sinnieren blieb uns aber nicht mehr viel Zeit, wir Mädels mussten das Boot ins Wasser bringen, um uns vor dem Start noch warm
zu fahren und die gegnerischen Frauenteams begutachten zu können.
Das Einschwimmen zum Start verlief schon nicht so, wie wir im Vorfeld dachten. Statt, wie angekündigt, in 2 Reihen, wurden alle 7
Frauenboote aus einer Reihe gestartet. Die Boote fuhren Stück für Stück immer weiter vor, so dass wir uns gezwungen sahen, am Pulk
dran zu bleiben, wobei die Startlinie schon überschritten schien. Ohne hörbaren Startschuss setzte sich das ganze Feld in Bewegung
und durch die super Konzentration im Boot konnten wir den ersten 4-er Block der Damenboote bereits beim Start anführen.
Rechts neben uns...das Boot weit hinter uns gelassen und links neben uns die Rheingauer Damen, mit denen wir uns auf der gesamten
Hintour nichts schenkten. Manches Mal fuhren die Boote so dicht nebeneinander, dass die  Paddel aneinanderschlugen, aber unser
Andy hatte die Lage voll im Griff, er hing auf der Welle drauf und verstand jeden Fingerzeig unserer Schlagfrauen, was als nächstes
passiert. Dann...etwa 500 Meter vor der Wende, fuhren wir dem Feld davon. Mit 1 1/2 Bootslängen Vorsprung gingen wir die Wende an,
sie klappte bis zum letzten Drittel so, wie trainiert.
Aber was war das?! Wir wieder auf der Geraden, ein gewaltiger Stoß von  links an die Seite, so dass wir fast quer standen und dann
noch einer hinterher. Es hätte nicht viel gefehlt und wir wären gekentert. Dank dem Reaktionsvermögen und der Standfestigkeit von
unserem Andy waren wir aber wieder schnell auf der Strecke unterwegs, wobei wir jedoch durch diese sportlich unfaire Aktion des
gegnerischen tschechischen Steuermannes unseren Vorsprung und auch den ersten Platz aufgeben mussten.
Wer aber nun denkt, dass es nicht mehr schlimmer kommen konnte, der irrt…Auf der Strecke zurück drangsalierte uns dasselbe Boot
wieder und zwar in die entgegenkommenden Männerboote hinein.
Und wieder dieser Moment wie im letzten Jahr…Luft anhalten, Augen zu und durch…die Paddel flogen aneinander, kaum, bzw. kein
Platz um das Paddel ins Wasser zu bringen…Schwälle von Wasser flogen regelrecht ins Boot…das Paddel von Franka…einmal fast aus
der Hand gerissen, ein zweites Mal konnte sie es auch noch halten, aber beim dritten Mal flog es nach hinten weg. Claudi konnte es
nicht mehr fassen aber Rona dahinter konnte es reaktionsschnell  auffangen und es in Sekundenschnelle am Bootsrand zu Franka
durchreichen…Urte dagegen verlor ihr Paddel ganz (es wurde leider auch nicht mehr gefunden)…aber auch hier reagierte Andy
blitzschnell und warf ihr das Ersatzpaddel zu.
Den Steuerkünsten unseres Andy´s sei gedankt, auch hier kamen wir heil durch. Wer in der Zeit nicht paddeln konnte, schöpfte das
Wasser aus dem Boot und weiter ging es. Nun ja, der erste Platz war hin, aber was solls, wir überquerten, nach einem grandiosen
Endspurt,  total erledigt und doch glücklich die Ziellinie nach 9 km mit einer Wahnsinnszeit von 38:49:09 min. Viele unserer Mädels sind
bei diesem Rennen an und auch über ihre Grenzen gegangen. Mein Respekt noch einmal hier an dieser Stelle…wir, das Frauenboot
aus MeckPomm konnten uns auch gegen eine starke internationale Konkurrenz (Frankreich, Schweiz, Tschechien und Deutschland)
behaupten, indem wir geistige Stärke, Durchhaltevermögen und Teamgeist erster Klasse bewiesen haben.
Unseren Männern erging es leider nicht so gut wie uns Frauen. Beim Massenstart von ca. 40 Booten gleichzeitig stellte sich ein Boot
quer, so dass sie, direkt dahinter fahrend, das Boot abbremsen mussten, keine Chance hatten, schnell vorbei zu kommen und somit nur
noch auf Aufholjagd gehen konnten. Dafür war aber der 13. Platz sehr beachtlich!
Es ist die Frage, ob wir Kanufreunde auch im nächsten Jahr nach Bern fahren, da die Organisatoren eindeutig mit der Masse an Teams
überfordert waren, prioritär der Rudercup im Vordergrund stand und unter den derzeitigen Bedingungen nicht mehr für die Gesundheit
der Sportler garantiert werden kann.
Aber, um Antje zu zitieren…Mädels, wir standen auf dem verf…Treppchen und das sogar international!!! Lasst uns, zusammen mit den
Schweriner und Berliner Mädels, die neue Saison so beginnen, wie Diese aufgehört hat! Wir sehen uns auf der Party!
In diesem Sinne
Waka Waka..eh eh
Joana